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Matthäusgemeinde: Laienspielkreis besteht seit 25 Jahren– Komödien sind die Lieblings-Disziplin.

Diesen ECHO-Bericht über sich selbst, den Laienspielkreis der Evangelischen Matthäusgemeinde, werden die Ensemblemitglieder heute wohl im Zugabteil lesen. Seit 25 Jahren besteht die Laienspielgruppe, führt seitdem jährlich ein Stück auf und möchte das große Jubiläum nun gemeinsam während einer Urlaubswoche auf Sylt feiern. Die beginnt am heutigen Donnerstag, und mit dem Zug geht es gerade Richtung Norddeutschland. Fünfzehn Theaterbegeisterte gehören dem Laienspielkreis derzeit an, die jüngste Hobby-Schauspielerin ist sechzehn, der älteste Mime Mitte fünfzig. „Nachwuchsprobleme haben wir nicht, denn es kommen immer wieder Jüngere nach“, sagt Thomas Gehrisch, Gründungsmitglied und Regisseur der Truppe und Darmstädter Jugendamtsleiter. Zugleich zeichne das Ensemble aus, dass die einmal Dazugestoßenen auch lange dabei bleiben. „Ganz von uns lassen kann keiner“, witzelt Thomas Gehrisch.
Angefangen hatte alles Anfang der achtziger Jahre mit kurzen Sketchen während der Kinder- und Jugendtage in der Matthäusgemeinde. Regisseur Gehrisch war damals noch der Leiter des Jugendhauses. Die Mini-Aufführungen gefielen dem Publikum, und so kam es 1984 zur ersten längeren Inszenierung. „Das Hörrohr“ hieß die Komödie, ein Genre, dem der Laienspielkreis fortan treu bleiben sollte. „Das Publikum möchte zwei Stunden von uns unterhalten werden“, weiß Thomas Gehrisch. „Wir stellen uns bei der Stückauswahl deswegen immer die Frage, ob man darüber lachen kann.“ Und wenn ein Publikum mal nicht so leicht aus der Reserve zu locken ist, dann helfe das Ensemble eben nach. „Dann merke ich richtig, wie sie sich auf der Bühne mit einer entsprechenden Mimik und Gestik anstrengen“, sagt Thomas Gehrisch. „Man giert danach, dass die Leute lachen“, drückt es Tania Laffter aus. Gespannt stehe man kurz vor der Aufführung hinter dem Vorhang, um möglicherweise schon vorab zu hören und mitzukriegen, wie gut das Publikum an diesem Abend drauf ist. Keine Vorstellung gleiche der anderen, meint Klaus Fischer. „Wir spielen sechs Abende im Jahr. Und jeder Abend verläuft total unterschiedlich, an jedem Abend wird an anderen Stellen gelacht.“ Lampenfieber haben die Schauspieler deshalb auch nach 25 Jahren noch.„Ich kann vor einer Aufführung nichts essen“, sagt Tania Laffter. Zu Scherzen aufgelegt ist das Ensemble dennoch. Intern gefürchtet ist die letzte Aufführung einer Saison, denn dann erlauben sich die Schauspieler mit dem einen oder anderen Mitglied einen Ulk. „Dann sind mal Requisiten nicht an ihrem Platz“, sagt Thomas Gehrisch und blickt lachend auf Anja Kissel. „In meinem Wasserglas war einmal Schnaps“, sagt sie. „Ich wusste davon aber nichts.“ Gemeinheiten wie diese sind allerdings die Ausnahme. So werde zu Beginn einer neuen Saison erst einmal gefragt, wer beim nächsten Stück auf der Bühne stehen möchte, sagt Tania Laffter. Auf dieser Basis werden dann mehrere Stücke ausgesucht und gelesen. Schließlich entscheidet die Mehrheit, welches Lustspiel den Zuschlag erhält. „Camping, Koks und Hollywood“ war es in diesem Jahr, wie fast immer ein eher unbekanntes Stück. „Wir suchen Nischen“, erklärt Thomas Gehrisch. „Unbekannte Stücke, die in Darmstadt noch nicht gespielt wurden.“ Das Engagement im Laienspielkreis wirkt sich für so manches Ensemblemitglied auch abseits der Bühne im Beruf oder im Privatleben positiv aus. „Theaterspielen stärkt das Selbstbewusstsein. Außerdem lernt man, spontan zu reagieren“, berichtet Thomas Gehrisch von seinen Erfahrungen. „Ich profitiere bei Präsentationen im Job davon“, sagt Anja Kissel. „Ich merke es an der Lautstärke meiner Stimme.“ Doch vom Job dürften die Laienschauspieler der Matthäusgemeinde derzeit nicht viel wissen wollen – gleich taucht Sylt am Horizont auf.
(Quelle: Darmstädter Echo vom 04.11.2009)
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