| Rot-Weiß glückt der doppelte Aufstieg |
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Erste Mannschaft steigt in die Hessenliga auf, die zweite Mannschaft spielt künftig in der Gruppenliga. Im dritten Anlauf hat es geklappt: Rot-Weiß Darmstadt ist Meister der Fußball-Verbandsliga und steigt in die Hessenliga auf. ,,Von uns ist eine große Last abgefallen. Wir haben die ganze Woche eigentlich nur gefeiert und uns gefreut", berichtet Trainer Stephan Adam. Das Spiel am morgigen Sonntag (15 Uhr) gegen SG Anspach wird das vorerst letzte in der Verbandsliga sein. ,,Wir wollen unseren Anhängern etwas bieten, weil sie uns fantastisch unterstützt haben", verspricht Adam. Als nach dem neunten Spieltag Mitte September 2009 lediglich zwölf Punkte und nur Platz elf zu Buche standen, kamen leichte Zweifel auf: Würde das selbst postulierte Ziel Meisterschaft und Aufstieg erreicht werden oder sollte der Club, der sich vor der Saison noch einmal ordentlich personell verstärkt hatte, erneut scheitern? Das Debakel vom Frühjahr 2009, als Rot-Weiß Darmstadt den Aufstieg über Relegationsplatz zwei selbst in der Hand hatte und am Ende kläglich scheiterte, schien in den Köpfen der Spieler noch allzu präsent zu sein. Stephan Adam musste sich einiger Durchhalteparolen bedienen, um seinem Optimismus Nahrung zu verschaffen.
Rückblickend sagt er: ,,Ich hatte zur Mitte der Hinrunde, als wir elf Punkte hinter Spitzenreiter Viktoria Griesheim lagen, durchaus Zweifel, dass wir da noch einmal heran kommen. Spätestens nach dem Sieg in Griesheim war ich mir jedoch sicher: Jetzt machen wir den Durchmarsch." Und so kam es dann auch: Dem 2:2 gegen Bruchköbel am zehnten Spieltag folgte ein 4:0-Erfolg gegen den FCA Darmstadt im Kreispokal und eine Serie von 17 Spielen in Folge ohne Niederlage. Höhepunkte waren dabei ein 6:0 gegen den FC Alsbach, ein 5:0 gegen den damaligen Tabellenzweiten SF Seligenstadt, ein 4:1 gegen eine mit acht Spielern aus dem Regionalliga-Kader angereicherte Elf des SV Darmstadt 98 II sowie das 8:0 gegen die Spvgg Neu-Isenburg - der höchste Sieg seit Zugehörigkeit zur Klasse. Die mit Abstand beste Leistung boten die Rot-Weißen jedoch am 15. November vor rund 650 Zuschauern im Spiel bei Spitzenreiter Viktoria Griesheim. ,,Die erste Halbzeit hatte meine Mannschaft all das gezeigt, was in ihr steckt. Das war wirklich der beste Fußball, den ich in dieser Liga gesehen habe. Jeder einzelne Spieler versprühte einen Spaß an seiner Tätigkeit, der mich als Trainer wieder zuversichtlich stimmte und motivierte", erzählt Adam. Auch zwei Etagen darunter, in der Kreisoberliga, wird erfolgreicher Fußball gespielt: Die ,,1 b" von Rot-Weiß machte am vergangenen Sonntag durch ein 3:0 bei der SG Arheilgen die Meisterschaft perfekt und spielt damit in der kommenden Saison in der Gruppenliga. Am morgigen Sonntag um 13.15 Uhr beginnt das Saisonfinale gegen den SV Weiterstadt, in dem die Reservisten auf ein ähnliches Zuschauerinteresse hoffen wie bei der ersten Mannschaft. Trainer Arndt Hornicek hat in den zweieinhalb Jahren ganze Arbeit geleistet. Nachdem die Reserve 2006 den Sprung von der A-Klasse in die damalige Bezirksliga (dem Vorläufer der Kreisoberliga) geschafft hatte, übernahm Hornicek im Winter 2007/2008 das Team. Der ehemalige Torjäger von Germania Pfungstadt spielte zuvor bei Susgo Offenthal gemeinsam mit Stephan Adam unter Trainer Rainer Kolitsch, heute Coach von Viktoria Griesheim. ,,Arndt ist auch so ein Besessener, so ein Fußball-Verrückter. Wir wussten, der passt zu uns", begründet Adam die Entscheidung, seinen ehemaligen Mannschaftskollegen in die Darmstädter Heimstättensiedlung zu holen. Und dort zahlt Hornicek die Erwartungen mit Leistung zurück - und der gebotenen Identifikation: ,,80 Prozent meiner Spieler kommen aus der eigenen A-Jugend beziehungsweise aus der Siedlung", formuliert er mit vernehmbarem Stolz. Es nervt ihn, wenn behauptet wird, seine Mannschaft sei ,,zusammen gekauft" und deshalb so erfolgreich. ,,Das ist Quatsch hoch zehn und schlecht recherchiert. Bei uns gibt's kein Geld. Die Mannschaft lebt vom Zusammenhalt, vom gemeinsamen Erfolg, das ist mir wichtig." Für Jörg Hettich, den Sportlichen Leiter, ergibt sich, wie er sagt, auch keine großartige Mehrbelastung wegen der beiden Aufstiege. ,,Wo kein Etat vorhanden ist, gibt's auch nichts zu erhöhen", stellt er zumindest für die Reserve in der Gruppenliga klar. Die Hessenliga erfordert allerdings einen größeren Rahmen. Die Wege zu den Auswärtsspielen werden deutlich länger, das Zuschauerinteresse dürfte sich dagegen in Grenzen halten. Derbys wie in der Verbandsliga gegen Viktoria Griesheim, FCA Darmstadt (sofern die Arheilger nicht den Aufstieg über die Relegation schaffen) oder SV Darmstadt 98 II gibt es in der Hessenliga keine. Clubs wie RSV Würges, FSV Fernwald oder Hünfelder SV sollten höchstens bei eingefleischten Rot-Weiß-Fans einen gewissen Kitzel verursachen. ,,Wir arbeiten seit zehn Jahren unermüdlich am Fortkommen des Vereins, manche opfern sich regelrecht auf. Sollen wir jetzt halt machen und sagen, wir wollen nicht aufsteigen", räumt Hettich die vermeintliche Alternative aus. In der Hessenliga werde besserer Fußball gespielt und das sollte Grund genug sein, auch in der kommenden Saison wieder mit einem großen Zuschauerzuspruch rechnen zu können. ,,Und wenn wir in der Hessenliga etwas reißen, werden wir Darmstädter Publikum gewinnen, auch von anderen Vereinen", ist sich der Sportliche Leiter sicher. Personell hat sich im Hinblick auf die kommende Spielzeit einiges getan. Die Rot-Weißen verlassen werden Adams Co-Trainer Max Martin (als Spieler zu Rot-Weiß Walldorf), Florian Funk (beendet seine Karriere), Stefan Palla und Marcel Berger (Ziel unbekannt). Zudem ist das Bleiben von Rudi Hübner, der als Rückkehrer zum Regionalligisten SV Darmstadt 98 gehandelt wird, fraglich. ,,Wir wollen ihn halten", sagen Hettich und Adam über den Dreiundzwanzigjährigen, der mit 26 Treffern die Torschützenlitze der Verbandsliga anführt. Als Zugänge stehen Hicham Abdessadki (KSV Klein-Karben), Dominik Lewis (FSV Schneppenhausen), Fabian Walter, Kevin Jung, Stefan Malcherowitz (alle SV 98 II), Özkan Altunbas (TSG Worfelden) und Medet Kiziltoprak (Hellas Darmstadt) fest. (Quelle: Darmstädter Echo vom 29.05.2010)
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