| Fünfundsiebzig Jahre - und kein bisschen leise |
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Kirche : Die Matthäusgemeinde präsentiert sich zum Jubiläum als vitaler Hort für alle Generationen - Fest am Wochenende Die Stimme von Fokke Kappelhoff hallt, und dabei spricht er in diesem Moment gar nicht in der Kirche. Der Vorsitzende des Kirchenvorstands steht im nagelneuen Küchenanbau, in dem noch das Mobiliar fehlt, zwischen den gefließten Wänden. ,,Die Küche ist bestellt", sagt er und schiebt das Fenster zur neuen Durchreiche beiseite. Das wurde eingebaut, weil das bei Feiern praktischer für den Essensverkehr sei. Und eine große Feier steht unmittelbar vor der Tür: Zum Geburtstags-Sommerfest am Sonntag (6.) werden Hunderte Gäste erwartet.
Die evangelische Matthäusgemeinde, nach eigenen Angaben mit knapp 4000 Mitgliedern Darmstadts zweitgrößte Kirchengemeinde, präsentiert sich 75 Jahre nach ihrer Gründung kein bisschen leise als vitaler Hort für alle Generationen. Das wird nicht nur daran sichtbar, dass dort nach wie vor rein baulich einiges in Bewegung ist. Soeben wurden im Gemeindehaus neben der Küche auch die Toiletten modernisiert. Auf der Wiese davor strahlt der frisch verlegte Rollrasen wie ein saftig grünes Sinnbild der Erneuerung. Doch auch die Akteure machen einen lebendigen Eindruck. ,,Haaallooo", tönt fideles Kindergeschrei über das Außengelände der Kindertagesstätte. ,,Kommt mal her", ruft Kappelhoff die Kleinen herbei, die ihn in solchen Momenten oft als Opa begrüßen. Diesmal nicht. Zu leidenschaftlich ist der Nachwuchs mit Spielen beschäftigt, flitzt mit Rollern und Dreirädern umher oder klettert auf eines der Gerüste, mit dem die Anlage reichhaltig bestückt ist. ,,Der Kindergarten", wirft Pfarrer Roland Köhr mit Blick auf das bunte Treiben ein, ,,ist natürlich wegen des attraktiven Außengeländes sehr beliebt." Über Nachwuchs muss man sich hier offenbar keine Sorgen machen. ,,Im Gegenteil", stellt Kappelhoff fest und meint damit den Ansturm von Eltern, die ihren Nachwuchs in einer ihrer vier Kita-Gruppen unterbringen möchten. Auch das Kinder- und Jugendhaus wird rege genutzt von zirka 300 Besuchern pro Woche. Ganz zu schweigen von den vielen Angeboten für Erwachsene, wie Kirchenchor, Frauenhilfe oder Altenkreise. ,,Wir haben ständig Zuwachs", wirft Köhr, bereits seit 1976 einer der beiden Pfarrer hier, ein mit Blick auf den Zuzug in die Heimstättensiedlung - ob nach dem Krieg durch Vertriebene oder jüngst durch das Neubaugebiet ,,Ernst-Ludwig-Park". Davon hat auch die Gemeinde profitiert, die ebenfalls kontinuierlich wuchs: 1935 wurde die bereits seit einigen Jahren in der entstehenden Arbeitersiedlung wirkende Kirche selbstständig, nachdem sie zuvor zur Bessunger Petrusgemeinde gehört hatte. 1950 wurde das außergewöhnliche Kirchenhaus errichtet, gebaut unter anderem aus unverputzten Trümmersteinen als Mahnmal gegen den Krieg. Und weil im Juni 1960 die Kirchenglocken hinzukamen, kann in diesem Jahr sogar ein Dreifach-Jubiläum begangen werden. ,,Es ist riesig groß", stellt Kirchenvorstand Fokke Kappelhoff beim Rundgang über das ausladende Grundstück mit dem vielen Grün fest. ,,Und vor allem: Es ist alles zusammen." Das bedingt kurze Wege und wohl auch den Effekt, dass das Geschehen sich zwischen Kirche und Kindergarten, Jugend- und Gemeindegebäude, Pfarrhaus und Veranstaltungssaal so lebendig verdichtet. Davon erzählen auch die vielen Schnappschüsse in der Jubiläumsbroschüre. Am anstehenden Festwochenende werden gewiss weitere hinzukommen. (Quelle: Darmstädter Echo vom 04.06.2010)
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