Prozess um Macheten-Attacke in der Heimstättensiedlung

Landgericht: Brüder müssen sich vor der Großen Jugendkammer wegen lebensgefährlichen Angriffs auf Frankfurter verantworten.

»Die ist ganz schön schwer«, bemerkt Richterin Andrea Röhrig, als sie das Beweisstück hochhebt, damit es alle im Saal sehen können: eine Machete mit 40 Zentimeter langer Klinge. Es folgt ein ebenfalls eindrucksvolles Fleischmesser, Klingenlänge 22 Zentimeter. Die beiden Messer spielen eine wichtige Rolle in dem Verfahren, das am Montag vor der Großen Jugendkammer des Landgerichts Darmstadt eröffnet wurde.

Mit ihnen wurde in der Nacht zum 13. Juni diesen Jahres in der Heimstättensiedlung auf einen jungen Frankfurter eingeschlagen und eingestochen, bis dieser das Bewusstsein verlor. Nur mit Glück überlebte der Einundzwanzigjährige den Angriff. Wegen versuchten Totschlags müssen sich nun zwei noch jüngere Männer aus der Heimstättensiedlung vor Gericht verantworten. Ein Angeklagter war zur Tatzeit 19, sein mitbeschuldigter Bruder erst 17 Jahre alt. Das Opfer berichtete im Zeugenstand, nach Auflösung einer Party im Haus der Brüder hätten viele Gäste in einer Parkanlage noch länger beisammen gesessen; die Stimmung sei gut gewesen, von Aggressionen keine Spur. Diese Version wurde von anderen Zeuginnen und Zeugen, auch solchen aus dem Bekanntenkreis der Angeklagten, bestätigt. Von Steinwürfen hatte laut den Aussagen keiner von ihnen etwas mitbekommen. Als die Brüder zu der Gruppe kamen und Anschuldigungen erhoben, kam es zu einem Gerangel; wer damit begann, blieb gestern unklar. Mehrere Zeugen sahen aber den älteren Bruder mit einer Machete schlagen und den jüngeren, wie er den Einundzwanzigjährigen in den Rücken stach. Der Prozess wird am Donnerstag (16.) fortgesetzt.

(Quelle: Darmstädter Echo vom 14.12.2010)