Kulturzentrum statt neuer Wohnungen

Runder Tisch setzt sich für Erhalt des Theatergebäudes ein – Liste mit 700 Unterschriften.

Vertreter der überparteilichen Gemeinschaftsinitiative Runder Tisch aus der Heimstättensiedlung haben dem neuen Darmstädter Oberbürgermeister Jochen Partsch eine Liste mit rund 700 Unterschriften von Bürgern überreicht.
Die Unterzeichner setzen sich dafür ein, dass das alte amerikanische Theater auf dem Gelände der ehemaligen Ernst-Ludwig-Kaserne erhalten bleibt, saniert wird und als Bürger- und Kulturzentrum genutzt wird. Eine solche Einrichtung sei dringend notwendig, weil der Stadtteil inzwischen über 7000 Einwohner hat, meint die Initiative.

Wie berichtet, steht das Gebäude, das 1937 bis 1938 als Reithalle der Wehrmacht errichtet und später von den Amerikanern als Theater (Performing Arts-Center) genutzt wurde, seit dem Abzug der US-Streitkräfte im Jahr 1996 leer. Um das Gebäude herum entstanden in den nachfolgenden Jahren Wohnhäuser und ein Kindergarten. Das Gebäude wurde inzwischen von der Grundstücksentwicklungs- und Verwertungsgesellschaft Darmstadt mbH (GVD) gekauft. Es ist vorgesehen, dort neue Wohnungen zu bauen und eine öffentliche Grünfläche anzulegen.

Nach Ansicht der Mitglieder des Runden Tisches verträgt das Neubaugebiet der Heimstättensiedlung keine weitere Verdichtung mehr, braucht aber dringend ein Bürger- und Kulturzentrum. Sie bezweifeln, dass das Theatergebäude, das für ein solches Zentrum in Frage käme, einsturzgefährdet ist. Ein Gutachten, das angeblich zu diesem Schluss kommt, ist „nicht auffindbar“. Wolfgang Galsheimer (Runder Tisch) meint: „Mit gutem Willen kann man was daraus machen“. Einen Antrag der Linken, den Bebauungsplan zu ändern und die bereits erteilte Abrissgenehmigung aufzuheben, hatte die grün-schwarze Mehrheit im Parlament am Nachmittag gegen SPD, Uffbasse, Uwiga, Piraten, Linke und FDP abgelehnt. Hans Fürst (Grüne) hatte drohende Schadenersatzansprüche des Investors ins Felde geführt, was Georg Hang (Uffbasse) mit dem Hinweis auf den 52-Prozent-Mehrheitsanteil der Stadt an der GVD konterte. Sicherlich lasse sich da eine einvernehmliche Lösung finden. Mehrere Redner sprachen sich dafür aus, notfalls eine andere Versammlungsstätte zu schaffen. Als eine der ersten Amtshandlungen wird Oberbürgermeister Jochen Partsch am Montag um 8 Uhr eine Delegation des Runden Tisches empfangen und sich im Detail über dessen Vorstellungen informieren.

(Quelle: Darmstädter Echo vom 24.06.2011)