| Den Finger in die Wunden gelegt |
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Stadtpolitik kommt beim Empfang des Siedlerbunds nicht gut weg. Darmstadt und die Welt bilden den Rahmen beim Neujahrsempfang der Siedlergemeinschaft. „Von der Grünen-Fraktion hat sich hier keiner blicken lassen“, begrüße Schwebbach die rund 60 Gaeste, darunter die Alt-Oberbürgermeister Günther Metzger (1981 bis 1993) und Walter Hoffmann (2005 bis 2011, beide SPD) sowie Vertreter aus Vereinen und der Heimstättensiedlung. „Woher soll da das Geld für ein zentrales Rathaus kommen?“, fragte der Vorsitzende des 240 Mitglieder starken Siedlerbunds mit Blick in das Darmstädter Haushaltsloch. „Und was soll das jetzt?“ fragte er die beiden CDU-Vertreter wegen der Pläne, den Darmbach doch freizulegen. Die Union sei doch vorher dagegen gewesen? „Die Siedlung boomt“, stellte Schwebbach mit Blick auf die Zuzüge fest. Aber weiter dürfe man den Ernst-Ludwig-Park nicht verdichten. Er forderte, die Infrastruktur zu erhalten und auszubauen. Die U3-Kita im Heimstättenweg gebe es immer noch nicht, mahnte er. Die ICE-Trasse entlang der Eschollbrücker Straße lehnte er ab. Bei seinem Blick auf die Bundespolitik forderte Schwebbach flächendeckend Mindestlöhne, „gute Arbeit statt prekärer Beschäftigung“ und den Bundespräsidenten zum Rücktritt auf. „Er hat das Amt beschädigt und seinen Ruf ruiniert.“ Nach Schwebbach folgte die Neujahrsansprache des Alt-Oberbürgermeisters Günther Metzger. Er komme gerne, weil Schwebbach Finger in die Wunden der Stadtpolitik lege, sagte Metzger. Intensiv ging er auf Darmstadts Städtepartnerschaften als Teil zur Völkerverständigung ein. Dass sich Darmstadt weiterhin intensiv um diese bemühe, sei sein zentraler Wunsch in einem Gespräch mit dem amtierenden Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) gewesen. Müssten es so viele Partnerstädte sein, habe Partsch gefragt, berichtete Metzger von dem Gespräch. Das müsse nicht sein, habe er geantwortet, aber die Zusammenarbeit auf den unteren Ebenen sei essenziell für Europa. Der 1933 geborene Günther Metzger erinnerte mit Blick auf die Euro-Krise, dass es in Folge der EU und ihrer Vorläufer Montanunion und EG 67 Jahre Frieden in Mitteleuropa gebe. „Diese Tatsache kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden“, blickte er auf die Millionen Toten der beiden Weltkriege. In Griechenland habe die arbeitende Bevölkerung nicht über ihre Verhältnisse gelebt, fand er. „Die Solidarität, die wir erfahren haben, sollten wir weitergeben“, erinnerte er an die Marshall-Plan-Hilfen für Deutschland nach 1945. Ein weiteres Grußwort blieb der zweite Alt-Oberbürgermeister, Walter Hoffmann, schuldig. Er war ebenfalls beim Neujahrsempfang anwesend, plauderte aber gerade mit Günther Metzgers Ehefrau Hilke und schien so Schwebbachs auffordernden Blick nicht zu bemerken. (Quelle: Darmstädter Echo vom 16.01.2012)
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