| „Theater bedeutet Freiheit!“ |
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25 Jahre Laienspielgruppe in der evangelischen Matthäusgemeinde. Interview der Redakteurin Sandra Berlieb der Bessunger Neuen Nachrichten mit dem Regisseur der Truppe, Thomas Gehrisch, über die Theaterbegeisterten. Herr Gehrisch, gerade lief Ihre letzte, aber sehr erfolgreiche Vorstellung der Komödie „ Camping, Koks und Hollywood“. Welches Stück ist nächstes Jahr geplant? Wir werden im Oktober 2010 unsere 26. Produktion aufführen. Aller Wahrscheinlichkeit nach „Hier sind Sie richtig“ von Marc Camoletti. Allerdings sind die Aufführungsrechte noch nicht abschließend geklärt.
Sie sind nun seit 25 Jahren als Regisseur für Ihr Ensemble tätig. Gibt es noch andere Mitglieder der ersten Stunde? Von Anfang an dabei sind außer mir Ralph Vogler, Tania Laffter und Stephan Wöllner. Thomas Thies ist ebenfalls von Anfang an als Unterstützer dabei. Er macht für uns das ganze Essen, Trinken, und schaut, dass die Waren da sind. Für die Theatervorstellungen organisiert er die Helfer. Zweifelsohne ein sehr großer Unterstützer von uns. Wie hat sich das Ensemble in diesen Jahren verändert? Aus ehemals Jugendlichen sind Erwachsene geworden. Wir sind jetzt sozusagen ein Bestandteil der Erwachsenenarbeit in der evangelischen Matthäusgemeinde. Unsere Verbundenheit gilt allerdings nach wie vor der Kinderund Jugendarbeit. Aber auch die Kinder und Jugendlichen unterstützen uns bei unserer Arbeit. Zum Beispiel beim Getränkeverkauf, der Kuchenausgabe usw. In den 25 Jahren haben über 35 Aktive auf der Bühne gestanden, zwei waren ja auch am Sonntag in der Aufführung. Frank Metzner war gerade auf der Durchreise (er wohnt seit 10 Jahren in Zürich) und hat sich das Stück angeschaut. Ebenso Elke Wegmann, auch eine Ehemalige, die lange Zeit bei uns mitgespielt hat. Woher stammt Ihre Leidenschaft für das Theater? Theater bedeutet Freiheit! Die Anfänge bestanden in selbstgeschriebenen Sketchen. Ich selbst war lange Zeit ein begeisterter Theaterbesucher, hatte lange Zeit ein Abo im Staatstheater, aber auch bei anderen Bühnen. Die Regiearbeit erlaubt mir die Ausgestaltung eines Stückes aus meiner Sicht, die Personen mit den Rollen zu verschmelzen und das Ganze in ein bei mir im Kopf existierendes Gesamtbild zu gestalten. Eine gestaltende Arbeit, die mir sehr viel Spaß macht. Regiearbeit ist für mich eine wunderbare, eine befreiende Tätigkeit. Übernehmen Sie auch hin und wieder eine Rolle? Ich habe einmal gespielt und war danach der festen Überzeugung, dass nicht die Bühne, sondern der Saal mein Aufenthaltsort ist. Ich möchte kreativ sein, gestalten und mich nicht so sehr leiten lassen. Läuft bei Ihnen immer alles glatt, oder können Sie uns eine besonders schöne Anekdote erzählen? Einmal erkrankte kurz vor der Premiere eine Darstellerin, die definitiv nicht spielen konnte. Deshalb schlüpfte kurzfristig unsere Souffleuse Tania Laffter in diese Rolle. Sie lernte den Text, und in Sonderschichten wurden die Regieanweisungen erledigt. Kurz vor der Premiere erwischte es dann aber auch noch Tania. Sie trat mit Gipsbein auf! Übrigens haben wir noch keine Aufführung wegen Erkrankungen abgesagt. Theater liegt uns eben allen im Blut. Das Ensemble ist einfach Wahnsinn! Und ich möchte keinen einzigen von Ihnen missen. („Bessunger Neue Nachrichten“ vom 6. November 2009)
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